Health Economics

Gesundheitsökonomie als Teil des Market Access 

Nicht nur Krankenkassen, auch Leistungserbringer und Fachgesellschaften benötigen neben der klinischen Evidenz weitere Entscheidungshilfen aus der ökonomischen Abschätzung von Kosten und Nutzen neuer Innovationen. Eine Kosten-Nutzen-Bewertung hat somit als Bestandteil einer Market Access Strategie ihren festen Stellenwert in der Kommunikation mit den verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen. Da personalisierte Medizin nicht nur in der Onkologie im klinischen Alltag angekommen ist, gewinnen diese und weitere gesundheitsökonomische Analysen zunehmende an Relevanz, beispielsweise im Rahmen einer Preisbildung basierend auf Patientennutzen (Value-Based Pricing). Pharmazeutischen Unternehmen ermöglichen die Werkzeuge der Gesundheitsökonomie darüber hinaus, interne Planungen zu verbessern und mögliche Szenarien optimaler zu entwickeln und zu testen.

Xcenda ist in der Diskussion um methodische Standards oder bei der Entwicklung von deutschen gesundheitsökonomischen Leitlinien, wie z. B. dem „Hannoveraner Konsens“, seit über 20 Jahren eingebunden. Hierüber hinaus greift Xcenda in Deutschland auf ein großes Potential von über 40 Gesundheitsökonomen im europäischen und amerikanischen Team zurück, um auch umfangreiche multi-nationale Projekte durchführen zu können.

Das Leistungsspektrum von Xcenda reicht dabei von der vollständigen Konzeptionierung, der technischen Programmierung und Umsetzung verschiedener Analyseformen über die Anpassung von bestehenden internationalen Studien an den deutschen Versorgungskontext bis hin zum Review sowie der Evaluierung entsprechender Studien. 


Kosten-Effektivitäts-Analyse 

KEA als Gegenüberstellung von Kosten und Nutzen unterschiedlich wirksamer Maßnahmen

Die Kosten-Effektivitäts-Analyse (kurz: KEA) bietet die Möglichkeit, den messbaren Erfolg einer medizinischen Behandlung den jeweiligen Kosten gegenüberzustellen. Das Ergebnis wird dargestellt als Kosten pro zugewonnen Nutzen eines medizinischen Outcomes. Dabei können sowohl Surrogatparameter oder ein patientenrelevanter klinischer Endpunkt betrachtet werden. 

Die KEA ermöglicht zudem den Vergleich von zwei oder mehr unterschiedlich wirksamer Maßnahmen. Als Ergebnis der Analyse werden die zusätzlichen Kosten der zusätzlich gewonnenen Effektivität gegenübergestellt (mit Hilfe einer sog. “Incremental Cost-Effectiveness Ratio2“, kurz: ICER). Die häufigsten Ergebnisparameter sind die Kosten pro zusätzlich gewonnenes Lebensjahr (sog. „cost per life-year gained“). 

Die Wurzeln von Xcenda liegen in der gesundheitsökonomischen Analyse, somit sind die Methoden der Kosten-Effektivitäts-Analyse, gleich in welcher Ausprägung, Teil des täglichen Geschäft und ermöglichen uns eine zielgerichtete Beratung, welche Art von Modell für den jeweiligen Bedarf optimal ist


Budget-Impact-Analysen

Analyse der Finanzierbarkeit einer Innovation im System 

Budget-Impact-Modelle (BIM) bieten die Möglichkeit, die Finanzierbarkeit einer Intervention, einer neuen Therapie oder eines neuen Medikaments abzuschätzen. Ein BIM eignet sich daher nicht nur für den Einsatz im Rahmen des Produktmarketings, auch Preisverhandlungen im AMNOG-Prozess können durch ein BIM unterstützt und zielgerichtet strategisch vorbereitet werden.

Während Kosten-Effektivitäts-Analysen zur Analyse der relativen Effizienz einer oder mehrerer Alternativen sinnvoll sind, haben sie für die Kostenträger meist nur eine geringe Entscheidungsrelevanz. Fragestellungen zur Finanzierbarkeit im System werden dagegen in der Zukunft mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. 

Im deutschen Gesundheitssystem machen viele Silos zur Finanzierung und eine eher an absoluten Kosten orientierte Entscheidungsfindung Budgetwirkungen teilweise schwer durchschaubar. Xcenda kann basierend auf einem gut strukturierten BIM dabei helfen, Analysen für relevante Bereiche und Zeiträume zielgenau aufzusetzen.

Preisbildung und Erstattung 

Die Preisbildung von neuen Innovationen ist von vielen Faktoren abhängig

Der wissenschaftliche Beleg des Nutzens innovativer Arzneimittel ist der zentrale Faktor für eine erfolgreiche Markteinführung. Hierbei ist es von zentraler Bedeutung, alle Informationen zu bereits zugelassenen Arzneimitteln und neu einzuführenden Therapieoptionen zum richtigen Zeitpunkt aus einer Hand zur Verfügung zu haben. 

Aufbauend auf einem tiefgreifenden Verständnis für die Akteure im Gesundheitswesen und der Kenntnis ihrer Rollen bzw. Funktionen und der Erstattungsregularien beraten wir Sie bei strategischen Fragestellungen in Zusammenhang mit Preisbildung und Erstattung von Arzneimitteln. 

Ebenso unterstützen wir Sie natürlich bei AMNOG-Preisverhandlungen und den Vorbereitungen dazu, seien es Workshops, Simulationen der Verhandlung oder Erarbeitung der Strategie. 

Market Access - Strategien im ambulanten und stationären Sektor

Eine passende Strategie ist der entscheidende Faktor für die Akzeptanz bei Leistungserbringern und Krankenkassen

Überlegungen zur Strategie für den Marktzugang müssen lange vor Marktzugang abgeschlossen sein, damit die vielen verschiedenen, parallel stattfindenden Prozesse zum richtigen Zeitpunkt gestartet werden können. Die alleinige Zulassung und selbst ein erfolgreiches AMNOG-Verfahren garantieren noch keine Umsätze, da vielfältige Stolpersteine das Marktwachstum hindern können.

Dies gilt nicht nur für die zielgerichtete Kommunikation mit Leistungserbringern und hierbei verstärkt für den Austausch mit Multiplikatoren im jeweiligen Indikationsgebiet, auch Krankenkassen müssen in die Strategie eingebaut werden.

Entscheidend sind jedoch die richtigen Antworten zur Finanzierbarkeit von Innovationen. Hierbei sind aufgrund der Unterschiede in der Abrechnung und Vergütung der ambulante und stationäre Sektor vollkommen anders zu beurteilen und in der Strategie abzubilden.

Xcenda begleitet Sie gerne bei der Entwicklung von Market Access-Strategien und Materialien, auch unter Einbindung von weiteren Partnern, die je nach Aufgabenstellung eingebunden werden können.


NUB - Verfahren und MDK - Prüfungen

Fehlende zusätzliche Vergütungen und unklare Patientenpopulationen können den Marktzugang empfindlich behindern

Ist ein neues Medikament oder Medizinprodukt auf dem Markt, können eine Reihe weiterer Hürden einen steigenden Marktanteil behindern. Viele kritische Themenbereiche können bereits im Vorfeld antizipiert werden und über Maßnahmen als Teil eines Market Access-Plans adressiert werden.

Eine mögliche Maßnahme, ist die Unterstützung von Krankenhäusern im Verfahren zur Genehmigung von zusätzlichen Vergütungen bei Neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (NUB). Krankenhäuser werden in Deutschland vorrangig über Fall-basierte Vergütungen (DRGs) je nach Indikationsstellung vergütet. Diese Vergütungen werden basierend auf den Kosten in der Vergangenheit jedes Jahr neu kalkuliert. Kommen nun innovative Therapien auf den Markt, können diese in den DRGs finanziell nicht abgebildet sein. Krankenhäuser können innovative Produkte natürlich einsetzen, die Kosten tragen sie dann jedoch allein. Um Innovationen aus Sicht eines Krankenhauses dennoch wirtschaftlich einsetzen zu können, gibt es verschiedene Optionen, wie die Beantragung einer NUB-Vergütung oder Einzelfallanträge, die jedes Krankenhaus separat stellen muss. 

Eine weitere Maßnahme im Rahmen eines Market Access Plans kann die Bereitstellung der im Rahmen von Prüfungen durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) benötigten relevanten Informationen sein. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) wird von Krankenkassen beauftragt, Abrechnungen und den korrekten Einsatz von z.B. Medikamenten zu prüfen. Dies wird vielfach bei teuren, innovativen Medikamenten die Regel sein, auch hier gilt es Leistungserbringer zu informieren, welche Fakten wirklich eine Rolle spielen.

Xcenda unterstützt gerne bei solchen und weiteren Fragen zum Market Access, die auch nach der Marktzulassung und abgeschlossenem AMNOG-Verfahren eine entscheidende Rolle für einen erfolgreichen Launch spielen.

Ihr Ansprechpartner

Dr. Thomas Mittendorf, Health Economics and Market Access